Cello Solo

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J. S. Bach. Sonaten und Partiten

Sonaten und Partiten BWV 1001 – 1006 Transkriptionen für Violoncello solo

Seit Bachs Zeiten hat sich das Violoncellospiel, nicht zuletzt mit Blick auf spieltechnische Errun- genschaften der Violinisten, maßgebend weiter- entwickelt. So lag es nahe, Bachs Sonaten und Partiten für Cello zu übertragen. Norbert Hilger geht es aber um weit mehr, als lediglich das In- strument zu wechseln. Ihn faszinieren die ganz eigenen Spiel- und Hörerfahrungen, die mit den Ausdrucksmöglichkeiten des Violoncellos verbunden sind.

Fromm-Michaels. Suite op.15 für Cello solo

Tobias Hume, Heft 1

Nur wenig ist uns von Tobias Humes Leben überliefert. Sein Geburtsjahr ist unbekannt. Er diente als passionierter Berufssoldat in englischen und schwedischen Diensten und erlangte den Ehrentitel Captaine, was dem Rang eines Hauptmanns oder Offiziers entspricht. 1605 veröffentlicht er-Dilettant auf der Viola da gamba bzw. Lyra viol ( einer kleineren Viola da gamba mit speziellen Stimmungen ): "The First Part of Ayres, French, Pollish and others for the Viole da Gambo alone". Gleich auf dem Titelblatt nennt Hume einige modische und beliebte Stücke seiner Zeit: Airs, französische und polnische Weisen. Die Aufzeichnung der Stücke erfolgt in Tabulatur und z. T. in "normaler" Notenschrift. Hume versieht seine Kompositionen oft mit originellen Überschriften und widmet zahlreiche Sätze einflussreichen Persönlichkeiten und Gönnern. 1607 erscheint Humes zweiter Notendruck,"Captaine Humes Poeticall Musicke". Mit fortschreitendem Alter scheint Hume zunehmend verarmt zu sein, wie mehrere erhaltene Dokumente und Bittgesuche um Geld, Nahrungsmittel und Kleidung belegen. Am 16. April 1645 verstarb er. Mit der vorliegenden Ausgabe möchte ich den Violoncellospielern diese unter Gambisten wohlbekannte Sammlung zugänglich machen. Dabei habe ich nur Stücke ausgewählt, die ohne Bearbeitung auch auf einem Violoncello gut spielbar sind; lediglich bei einigen Akkorden habe ich einzelne Töne weggelassen. Die ausgewählten Kompositionen sind auf zwei Hefte verteilt, die im Schwierigkeitsgrad ansteigend geordnet sind. Heft 1 enthält Stücke in der ersten Lage und Werke mit seltenen Lagenwechseln in die zweite, dritte oder vierte Lage.

Tobias Hume, Heft 2

In Heft 2 habe ich anspruchsvollere Kompositionen mit Verwendung der ersten bis fünften Lage, Doppelgriffen und Akkorden zusammengestellt. Wegen einer flüssigeren Lesbarkeit habe ich die originalen Notenwerte um die Hälfte reduziert. Die Einteilung der Taktstriche folgt dem Original. Wo diese fehlen erleichtern Notengruppierungen das musikalische Verständnis. Die Tanzsätze-mit Ausnahme der ruhigeren Pavin-klingen am natürlichsten in relativ flüssigen Tempi. Bei den Galliards beachte man den anspringenden Auftakt zum zweiten Takt hin. Alle Strichbezeichnungen sind Vorschläge, diese frühe Musik stilistisch passend zu gestalten, wobei stets mehrere Lösungen eines strichtechnischen Problems möglich sind. Die Hume-Stücke möchte ich auch allen Barockvioloncellisten empfehlen.

Sabina Lehrmann

 

B. Hummel. Fantasia II op.97a

"In memoriam Pablo Casals"

Die Fantasia II entstand auf Anregung des Schweizer Cellisten Julius Berger und wurde beim Cello-Festival 1993 in Kronberg/Ts. von ihm uraufgeführt. Das Werk verarbeitet die vertonbaren Buchstaben der Namen BACH und CASALS sowie einen gregorianischen Choral Te deum laudamus. Dabei werden die Klangbereiche des Cellos voll ausgelotet.

M. Kelemen. Musica Amorosa

P. Ruzicka. Stille

Vier Epiloge für violoncello solo

A. Schnittke. Klingende Buchstaben, Vc. solo

Mit im Heft:
Wassili Lobanow: Fantasie

Kompositionen für Cello solo

Gija Kantschel - Nach dem Weinen
Leonid Hrabovsky - Hlas                     
Viktor Jekimowski - Cadenza
Dmitri Smirnow - Elegie

Stücke für Violoncello solo

A. Schnittke - Madrigal in memoriam Oleg Kagan
A. Knaifel - Lamento
A. Wustin - Suite
T. Manssurjan - Capriccio
P. Vasks - Fortissimo

3 Solostücke für Violoncello

Karl Friedrich Abel
Guiseppe Colombi
Anonymos
Bearbeitet von Sabina Lehrmann und Johanna Varner

Technisch nicht zu anspruchsvolle, gute konzertfähige Musik!

5 Suiten für Cello solo 1740. Heft 1

Die fünf Suiten für Violoncello solo sind für Cellisten echte Neuentdeckungen. Entstanden etwa gleichzeitig mit J.S. Bachs Suiten für Solocello, sind sie Meisterwerke eines nicht genannten Komponisten.

Die überlieferte Abschrift der Vorlage für diese Ausgabe ist auf 1740 datiert und befindet sich in privatem Besitz ( „5 Suiten für Flöte, Fagott oder Oboe“).

Es handelt sich also eigentlich um Werke für Fagott (bzw. Flöte oder Oboe) und sowohl die Reihenfolge der Sätze als auch die Zusammenstellung als Suiten sind, wie im 18. Jahrhundert oft üblich, wahrscheinlich aus mehreren Quellen zusammengestellt. So finden sich in einer anderen Quelle, einer Abschrift von Quantz-Caprizen ( „Fantasier og Capricier af Quantz“) aus der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen, mehrere Sätze der 3. Suite (1. Inventione, 3.Capricio und 6. Capricio ) und 5. Suite (1. Allemande, 2. Giga und 5. Minuetto) in loser Reihenfolge :

Bei einem Takt aus der Allemande steht dort die Notiz „Blockwitz“. Stilistisch gesehen könnte die Quelle der Abschrift der hier vorliegenden Ausgabe also am ehesten vom Quantz-Kollegen Blockwitz, möglicherweise auch von Quantz selber, bzw. aus dem Quantz-Umfeld stammen und ursprünglich für Traversflöte bzw. Fagott komponiert worden sein. Auch die unregelmäßige Satzzahl und die inkonsequenten Satzüberschriften sprechen dafür: Es finden sich französische (Rondeau, Double) und italienische Titel (Concerto, Corrente, Inventione etc.):

5 Suiten für Cello solo 1740. Heft 2